Dienstag, 28. August 2007
Wo sind all die Heimkinder hin?
Es ist ruhig geworden auf den Gängen. Ich drücke mein Ohr an die Wand in meinem Zimmer und lausche...ich höre nichts. Ich gehe aus meinem Zimmer und schleiche durch die Gänge des Heims. Als ich am Fahrstuhl vorbei komme, zögere ich. Ich nehme die Treppe. Das dauert länger und erspart mir einen Augenblick die Perspektivlosigkeit, die sich seit gestern in mir ausbreitet. Ich stehe am Grillplatz. In der einen Hand habe ich unbemerkt eine Tüte mit nach unten genommen. In der Tüte ist alles was mir von meinem Nachbarn geblieben ist. Ein Schlüssel um die Mülleimer aufzuklappen. Eine Müllbeutelrolle. Ein Paar Handschuhe.
Als ich nach ein paar Kippenstummeln greife, fällt mir ein kleines Häufchen Shishatabak ins Auge. Ich nehme es vorsichtig zwischen Daumen und Zeigefinger. Es ist sogar noch ein bisschen feucht. Vorsichtig lege ich es in den Mülleimer und wische mir eine Träne von der Wange. Ich denke an die Shishas oben in meinem Zimmer. Nur eine der beiden gehört mir. Die andere blieb zurück. Mein Mitraucher ist fort.
Heute Abend wird mich Jörgen wieder besuchen. So wie gestern abend. Wir machen dann Musik zusammen. Es sind trauige Lieder, die meine Lippen verlassen. Einsame Harmonien, in denen seine Gitarrensaiten schwingen.

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